Archiv für den Monat: Mai 2014

admin

20. Mai 2014

18.05 2014   St. Marcel – Dreux (am nördlichen Rand)

Sonnig 25 Grad                 4 Std.

Die Abreise von Campingplatz fällt mir heute gar nicht schwer, denn die Sonne lacht vom Himmel und es ist so warm, dass ich mit dem Overall alleine fahren kann.

P1070131 (2)

So warm war es das letzte Mal als ich noch die Wachau entlang gefahren bin.

Heute wechsle ich vom Seine-Tal ins Eure-Tal. Dazu fahre ich zuerst auf eine Hochebene und von der, an weißen Felsen entlang, hinunter zur Eure.

Die Eure ist viel kleiner als die Seine, aber auch viel lieblicher. Ich fahre meistens nur 10 bis 15 Meter neben dem Fluss und es gibt dort verträumte Plätzchen und wunderschöne Häuser.

P1070140 (2)

P1070139

Plötzlich wird die Landschaft etwas weiter und eröffnet ein paar Altarme und einen kleinen See. Es sieht aus wie an der Alten Donau. Es gibt auch einen Segelhafen und dort wird gerade ein Fest gefeiert. Ich stelle also das Gespann ab (an einem Platz mit wunderbarem Blick auf die Aulandschaft) und schaue mir das Fest an.

P1070152

Das Fest hat alles was so ein Hafenfest braucht: Grillwürsteln, Frittes, Bier, Cidre, Ruderboote, Countrytänzer/innen und zwei amerikanische Amphibienfahrzeuge aus dem 2.Weltkrieg.

P1070153 (2)

An diesem Ort werde ich heute übernachten.

16.05.2014

16.05.2014     Giverny  -  Vernon

Sonnig 20 Grad              Fahrzeit 1 Std.

Heute stehe ich um 9 Uhr 30 am Eingang vom Maison et Jardins de Claude Monet. Ich stehe in einer Schlange von ca. 30 Leuten.

Also das Anwesen und der Garten von Monet sind eine Farbenpracht und ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht solche Superlativen auf einem Platz gesehen – tausende Blumen, hunderte Gärtner und –zig Japaner die diese Blumen einzeln fotografieren. Gibt’s die Blumen nur in Giverny? Sind die Japaner von diesem Licht, das Monet so gefiel so inspiriert? Oder?

P1070058 (2)

Na ja ! Das Innere des Hauses hat man in den Originalfarben belassen und da findet sich zB. ein gelbes Esszimmer – nicht nur die Wände sind gelb sondern auch das Mobiliar!

P1070096

Auch das Atelier ist wunderbar lichtdurchflutet – obwohl überall steht, dass Monet die ganze Zeit in der freien Natur (plain aire) verbracht hat und dort gemalt hat.

P1070071 (2)

Was für Kenner!

Als ich wieder hinaus komme steht vor dem Eingang eine Schlange mit ca. 100Leuten – wie muss es hier erst in der Hochsaison zugehen? (dabei war der Busparkplatz höchstens halb voll)

P1070119 (2)

Nach dem Haus von Monet besuche ich das Musee Impressionismes, dort sieht man 5 bis 6 Monets und derzeit eine große Anzahl amerikanischer Impressionisten. Sehr schöne Ausstellung.

Monet´s Wourld hat aber noch mehr zu bieten – Monet Cafe, Impressionisten die Monet nachmalen, Giftshops mit Monetseifen, eine Pflanzenhandlung die Monet Arangements verkauft – oder doch als Blumenzwiebeln zum Selbersetzen?

Eglise et Tombe de Claude Monet kann man besichtigen und als Japaner natürlich auch fotografieren, unzählige Ateliers, Eiswägen und sogar ein Selbstbedienungsrestaurant, Claude Monet Büste und das Musée Méchanique Naturelle. Was hat das Musée Méchanique Naturelle mit Monet zu tun? Das hab ich mich und den Museumsangestellten auch gefragt. Nix, das war vorher schon da!

Ich glaub in Giveny wohnt überhaupt keiner mehr. Ist sehr schön und beeindruckend.

Nachmittag fahre ich nach Vernon auf einen Campingplatz und hab einen Waschtag abgehalten – Waschtag für die Wäsche, Geschirr und für mich.

15.05.2014

15.05.2014  Oissel  -  Giverny

Sonnig ca.19 Grad

Ich komme erst um 13 Uhr 30 von Oissel weg, weil ich gleich nach der Abfahrt einen Mc Donalds gesehen habe und ich die letzten Tage ins Netz stelle.

Danach fahre ich gemütlich der Seine entlang in Richtung Amfreville und dann Richtung Les Andely in der Haute Seine.

P1070032 (2) P1070033 (2)

Unterwegs bei einer kleinen Pause in einem Cafe lerne ich einen Mechaniker kennen und er erzählt irgendwas über „specialiteé“ und bringt mich zu seiner Werkstatt und was ich dort zu sehen bekam ließ mein Herz höher schlagen.

P1070041 (2)

 

In Les Andely besteige ich den Burghügel des Chateu Gaillart hoch ober der Seine.

Dieses ließ Richard the Lionheart errichten um Rouen vor den Franzosen zu schützen.

Die Burg, auch wenn man sie heute so als Ruine sieht habe ich den Eindruck, war uneinnehmbar.

1204 drangen die Franzosen schließlich durch die Latrinen ein und eroberten sie. (Schei..job!!)

Schrecksekunde für heute, habe meine Sonnenbrille am Burghügel verloren – bei meinen empfindlichen Augen und bei dem Verlust an „coolness“ hätte das den Abbruch der Reise bedeutet – aber zum Glück wieder gefunden!!!

Ich fahre weiter und auf der Suche nach einem Schlafplatz lande ich in Giverny

Am Parkplatz vom Maison de Monet, unter 15 bis 20 anderen Campern und treffe einen Belgier der Steigfelle erzeugt unter anderem auch die, die ich auf meinen Tourenschiern habe.

14.05.2014

14.05.2014  Rouen

19 Grad, Sonne mit Wolken

Ich schaue in der Früh aus dem Wagen und mich erwartet dieses Bild:

P1060947 (2)

Eine Stunde später ist es sonnig und ich fahre mit dem Bus ca. 45 Minuten nach Rouen.

Es ist ca. 9 Uhr 30 als ich dort ankomme und ich habe die Stadt noch ganz für mich alleine, denn das öffentliche Leben beginnt erst um 10 Uhr.

Ich starte also gleich zur Kathedrale und welche Enttäuschung, die Westfassade – berühmt durch Monets Bilder – ist eingerüstet. Ich hole mir bei der Touriinfo einen Plan und durchstöbere die Stadt nach der vorgeschlagenen Route.

P1060957 (2)

Eine sehr lebendige Stadt in der es auch sehr viele Neubauten gibt, da im Krieg duch einiges kaputt geworden ist. Natürlich gibt es wieder ganze Viertel von Fachwerkshäusern aber eben auch moderne Gebäude wie die Kirche der heiligen Jeanne D´Arc.

Errichtet am Ort des Martyriums, ist sie ein Mahnmal und erinnert sie an die Heldin und ist gleichzeitig Eine Kirche.

P1070004 (2)

Dazu kommt noch, dass in den kleinen Vorhallen, die die Flammen des Scheiterhaufens symbolisieren auch noch ein Markt untergebracht ist. Die Kirche füllt so einen ganzen Platz aus und ist so auch ein Platz der Begegnung.

P1060979 (2)

Leider ist auch der Justizpalast in Arbeit.

 

Zum Aussehen der Kathedrale ist auch noch einiges zu sagen. Der Vierungsturm – also der Turm über der Stelle wo sich das Langhaus und das Querschiff treffen -  ist erst ca. 1870 im Neugotischen Stil draufgebaut worden und sieht etwas nach Sendemast aus.

An der Seine legen wie bei uns in Wien auch die Flußkreuzfahrtsschiffe an und daher ist ab ca. 12 Uhr die stadt von amerikanischen Kleingruppen zu 20 Leuten und einem Führer überschwemmt.

Erwähnenswert ist natürlich auch der große Uhrturm. Gotischer Turm mit einer Renaissancearkade.

P1060992 (2)

Gegen 4 Uhr setze ich mich in eine Bar und schreibe Postkarten und erhole mich von der Tour. Danach geht’s zurück zum Goliath und zum David.

P1070019 (2)

 

13.05.2014

13.05.2014 St.Martin de Boscherville   -  Oissel (Vorort von Rouen)

Regen – Sonne abwechselnd, Hagel               15 Grad

Zur Abfahrt ziehe  ich mir heute gleich die Regenhose an und gut ist es. Es regnet immer wieder, so dass man ja nicht trocken wird.

Ich fahre einen Seine-Meander entlang bis Val de la Haye und setze dort mit einer Fähre über. Leider kann ich auf der Fähre kein Foto machen, weil ich umringt von Schaulustigen bin und die Überfahrt nur ca. eine Minute dauert. Und stellt euch vor, das ist „gratui“!

P1060944 (2)

Danach stehe ich in einem Industriehafen und das ist das Reich der Fernlaster und Tankwagen und die sind groß!

So kämpfe ich mich also zwischen Kolonnen von Fernlastern über eine vierspurige Straße, auf der ich dauernd Angst habe,  dass sie plötzlich zu einer Schnellstraße oder Autobahn wird.

Warum will ich gerade nach Oissel – weil ich von einem anderen Camper gehört habe, dass es dort einen schönen Stellplatz gibt. Als ich ankomme und denn Stellplatz auch gleich finde, bestätigt sich sein Tipp. Der Stellplatz ist an der Seine und ruhig und mit einem Park herum – sehr schön, nur das Wetter ist gewöhnungsbedürftig.

Als ich Goliath zudecke fängt es auch noch an zu hageln.

12.05.2014

12.05.2014   Tancarville – St.Martin de Boscherville

Regen, Sonne 15 Grad                                Fahrzeit  4Std.

Die Plate de Jour zur Feier des Tages: Spagetti mit Tomaten und Muscheln und dazu einen Merlot.

P1060930

Was feiere ich? Erster Tag nach langem, dass ich nicht nass geworden bin – was nicht heißt, dass es nicht geregnet hat.

Nach einer sehr guten Nacht unter dem Chateu de Tancarville und einem ausgiebigen Frühstück, besichtige ich das Chateu . Sehr heruntergekommen aber einen schönen Ausblick über das Seinetal. Ich bin jetzt also im Gebiet Seine-Normandie.

Dann starte ich und fahre an der Seine entlang und es ist, nach dem Industriegebiet, wie in der Wachau. Es wird zwar kein Wein angebaut aber Obst. Die Kirschen sind schon leicht rot, die Ribisel hängen schon grün an den Stauden und die Äpfel blühen.

P1060906 (2)

Auch die Anwesen entlang der Seine sind  von beeindruckender Schönheit.

P1060886 (2)

Dazwischen ist auch noch im Foret du Trait, die angeblich (laut V. Hugo und anderer Dichter)schönste Ruine von Frankreich nämlich die Abtei von Jumjèges. Urteilt selbst!

P1060884 (2)

Damit noch nicht genug, gelange ich auch noch nach St. Martin de Boscherville und besichtige dort die Abtei St. George de Boscherville – ein Vorzeigebeispiel einer Abtei aus der Romantik.

P1060926 (2)

Jetzt bin ich also so ungefähr 20 Kilometer vor Rouen. Eventuell stoße ich morgen nach Rouen vor.

Aber jetzt sind die Spagetti dran! Bon appetit!

11.05.2014

11.05.2014  Fecamp   -   Tancarville

Regen, teils sonnig, teils bewölkt, teils Regen        Fahrzeit 5,5 Std.

Gleich in der Früh, nachdem ich den Campingplatz verlasse, bekomme ich ein normannisches Vollbad und ich kann die ganze Wäsche wechseln. Noch dazu ist die Temperatur gefallen und wir haben 13 Grad. Meine Laune war sowieso schon ganz unten, weil ich diese Nacht ca. eine Stunde geschlafen habe. Wir hatten ein Unwetter mit heftigen Böen, Starkregen und Blitz und Donner – die ganze Nacht bis um 4 Uhr. Jederzeit glaubte ich der Sturm reißt jetzt den Wagen um. Na ja, überstanden!

Als ich nach Etretat, ungefähr 18 Kilometer (also eine Fahrstunde für mich) von Fecamp entfernt, bin ich mit dem Atlantik und der Normandie wieder versöhnt. Die Kulisse dort hält was sie verspricht.

Seht selbst, ist das nicht beeindruckend?

P1060831 (2)

Ich bin nur froh, dass nicht Hauptsaison ist, sonst würde es dort anders aussehen – so ist es reht gemütlich. Ich schaue mir alles an was sehenswert ist, das Denkmal für die erste Atlantiküberquerung, die Altstadt und natürlich die Felsen und fahre danach nach Le Havre.

Le Havre ist eine typische, riesige Hafenstadt mit riesigem Hafen. Altstadt ist kaum eine vorhanden dafür aber eine „Neustadt“ und die ist wie vom Reißbrett.

P1060857 (2)

Nach einer echt schwierigen Orientierungsaufgabe, dass ich keine Schnellstraße und keine Autobahn erwische flüchte ich aus Le Havre und fahre bis Tancarville. Warum so weit – ganz einfach, ich finde eine Straße die links entlang der Autobahn führt und links von mir sind  Felsen, außerdem ist überall Halteverbot. So komme ich heute erst um 19 Uhr 30 zu einem Schlafplatz.Entlang der Seine, entlang der ich jetzt nach Roen fahre gibt es drei Brücken – Vorzeigebrücken – über die Seine und eine davon ist in Tancarville.

10.05.2014

10.05.2014      St. Valery an Caux  -   Fecamp

Regen, Sonne, Sturm 15 Grad                                    4Std.

Von allen anderen bestaunt („..fahrn sie jetzt im Regen?“ Originalton eines deutschen Campers aus dem Auto heraus) fahre ich um ca. 10 Uhr bei Regenwolken verhangenem Himmel los. Etwa eine Stunde regnet es nicht und dann beginnt es zu Schütten und dazu bricht der gewohnte, böige Sturm los. Trotzdem ist das Wetter strahlend! Ich fahre ja auch, in der Nähe von le Tot (nomen est omen), an einem Atomkraftwerk vorbei. Von außen hermetisch abgeriegelt mit 4 elektrischen Stacheldrahtzäunen, zwischen denen Sicherheitseinheiten mit Hunden patrollieren. Ich habe da schon ein sehr mulmiges Gefühl und denke mir: „ATOMKRAFT NEIN DANKE“

Der Regen hört nicht auf, sondern wird nur stärker und ich komme an schilfgedeckten Häusern vorbei auf deren Giebel Schwertlilien blühen.

P1060756 (3)

 

Dazwischen gibt es immer wieder faszinierende Ausblicke auf den Atlantik. Auch ein Chateau de Sissy kommt mir vor die Linse.

P1060760 (2)

 

Nach einer kleinen Orientierungslosigkeit und nachdem der Regen nicht aufhört such ich mir in Fecamp den Campingplatz. Alles ist nass und eine warme Dusche wäre jetzt wohl das Beste.

Heute verdiene ich den Prix Nobel de la pluie.

Der Campingplatz liegt direkt an den Klippen und dem entsprechend „fetzt“ es den Wagen jetzt schon Stunden hin und her. Der Campingplatz hat die grausigsten Duschen – aber den schönsten Blick!

P1060775 (2)

Ich stehe an vorderster Front und bin ca. 80 Meter über dem Ozean. Vom Bett aus kann ich über den Atlantik blicken. Nur schlafen werde ich nicht können, weil der Sturm so tobt.

Bevor ich aber Schlafen gehe besichtige ich noch Fecamp, denn dort gibt es ein Palais Bénédictine welches 1880 von einem Weinhändler gegründet wurde. Dort ließ er den berühmten Kräuterlikör Bénédictine herstellen. Kostprobe gab es leider keine!

P1060784

Das Palais ist aber beeindruckend für eine Fabrik. Auch der hafen und der Strand sind sehr schön – würde nicht so ein Sturm gehen! Ich glaube morgen schaue ich mir noch die Felsen bei Etretat an, dann habe ich aber genug vom Sturm.

Übrigens gibt es in Fecamp auch noch ein interessantes Relikt – die Vorhaut Jesu – ich werde sie aber nicht anschauen! (noch andere Orte behaupten diese zu besitzen!!!)

P.S. Habe eine französische Bekannte von Goliath kennen gelernt!

P1060769 (2)

09.05.2013

09.05.2014   Martin Eglise        -    Dieppe     -  Saint Valery en Caux

Bedeckt, sonnig vor allem total stürmisch    15 Grad                  4Std.

Um 8 Uhr fahre ich los, bin froh dass es endlich zu regnen aufgehört hat. Der Traktor springt sehr schlecht an! Erreiche Dieppe um ca. 9 Uhr und finde sofort einen Parkplatz und schaue mir Dieppe an.

P1060680 (2)

Hurra, ich bin am ersten Etappenziel – Atlantik – angekommen.

P1060716 (2)

Dieppe ist eine Hafenstadt mit einem sehr schönen Schloß aus dem 15. Jhdt und ist auch ein beliebtes Seebad.

P1060706 (2)

Die Saison hat noch nicht begonnen, so ist das Schloß leider noch nicht zugänglich – ich gehe trotzdem hoch und besichtige es so lange, bis mich Arbeiter hinauswerfen.

Danach habe ich jetzt vor weiterzufahren – nix! Goliath springt gar nicht mehr an! Super!!

An einer Hauswand sehe ich eine Tafel „Carefour“ 2 Min. – vielleicht hat der Carefour auch Batterien, der Gedanke scheint für uns abwegig, hier in Frankreich ist er es nicht. Andere Großmärkte haben auch Autoartikel – also gehe ich 20 Minuten bis zum Carefour.

Er hat eine Batterie und das Zurückschleppen kostet mich fast eine ¾ Stunde.

Einbau und ab zur Küstenstraße. Also die Küstenstraße entlang der Cote d ´Albatre – der Alabasterküste ist echt traumhaft. Ich sehe schwarz- weiß gefleckte Kühe weiden mit dem Atlantik im Hintergrund. Haushohe Klippen und den Atlantik, der seine Kraft wieder und wieder gegen die Küste wirft.

P1060741 (2)

In St. Valery fahre ich zum Wohnmobilstellplatz direkt am Meer. Ich höre heute die ganze Nacht das Meer rauschen und der Sturm, der den Wagen hin und her schüttelt, wiegt mich in den Schlaf.