13.08.2014

13.08.2014     Friesach – Murau

Stark bewölkt 18 Grad  Nebel       3 Stunden

Die Zentralanstalt für Meteorologie sagt uns für den Vormittag ein „trockenes“ Fenster voraus, also rücken wir nach dem morgendlichen Starkregen, in der ersten trockenen Minute, aus. Hinein in das Metnitztal langsam aufwärts, vorbei an saftigen Wiesen und schönen Gehöften.

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In Metnitz selbst legt Wolf fast eine Notbremsung hin, weil er das Taferl „Zum Totentanzmuseum“ erst im letzten Moment sieht und es unbedingt anschauen möchte. Wir tuckern hinauf in’s Ortszentrum zur Kirche, wo die über 500 Jahre alten Fresken zu sehen sind. Ihre Einzigartigkeit besteht in den Früh-Neuhochdeutschen Texten unter den Bildern. Beeindruckend und gruselig, denn der Tod macht vor Niemandem halt, ob Fürst oder Nonne, Kleinkind oder altem Mann:

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‚ Her kawfman was hilft euch ewir irwerben

Dyczeyt ist hie das ir musst sterben

Der tot nympt wedir gut noch goben

Tanczt mir noch her will euch haben‘

 

‚Ich hette mich czu leben vorsogit wol

Dass schrein und kasten weren vol

Nu hot der tot meyne gobe vorsmacht

Und mich umb leib und gut gebrocht‘

 

Uns hat er Gott sei Dank übersehen, so setzen wir unsere Überfahrt in die Steiermark fort. Biegen dann in das Flatnitztal ein und kommen bis zur Nebelgrenze, was mich aber nicht davon abhält hie und da in den Wald zu speanzln, ob nicht ein gelbes Eierschwammerl zu sehen wäre. Es ist! Schnell das Gespann an den Straßenrand stellen, Korb ausräumen und Messer zücken und ab in den Fichtenwald. Die erste Station fällt nicht ganz nach Wunsch aus, lediglich ein Vorspeiserl würde sich ausgehen, also fahren wir noch ein Stück und halten abermals. Der steile Wald entpuppt sich als Schwammerlwiese wo sie nur noch gepflückt werden müssen. „Wann i nur aufhörn könnt!“

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Nach gut einer Stunde brechen wir das Pflücken ab und setzten unsere Fahrt nach Murau fort. Entzückt von der schönen Landschaft und der reichen Beute sind wir wenig später am Zielort, wo wir gebührend empfangen werden! Mit Lorbeerkranz und Murauer Bierspezialitäten versorgt, kommen wir in die angenehm warme Stube,

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gerade recht zum Essen! Schön wieder einmal so umsorgt zu werden, vor allem wo es bald wieder zu regen beginnt!

Ein Gedanke zu „13.08.2014

  1. Georg

    Der Vormittag begann wettermäßig ziemlich vielversprechend, sodass die Ankunft rund um Mittag zu erwarten war. Was nicht ins Kalkül gezogen war, betraf den unterwegs von Goliath aus gut wahrnehmbaren Eierschwammerl-Bestand. Die angekündigten Schwämme würden gut zum vorbereiteten Wildragout passen!
    So rund um 14 Uhr fuhr das unverwüstliche Duo bei uns ein. Die Freude war sichtlich bei allen Anwesenden zu bemerken! Fein, dass ihr gesund und gut aufgelegt am Lärchberg eingetroffen seid!
    Brigitte und Georg

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