15.08.2014

15.08.2014  Murau

Wechselnd bewölkt 12-20 Grad, Gewitter

Der Feiertag beginnt entspannt, die restlichen Schwammerln wollen geputzt und/oder für’s Trocknen geschnitten werden, andere kleinere Tätigkeiten stehen auch noch an – aber alles muss vor 13 Uhr erledigt werden! Dann beginnt nämlich beim Gasthaus Ferner, gleich am Fuße des Lärchberges, der Samson-Umzug. Der Samson ist eine knapp 5 Meter große Riesengestalt, biblischen Ursprungs, er hat einstmals Philister erschlagen, mit einem Kieferknochen. Diese 80kg schwere Puppe wird von einem (!) Mann beim Umzug getragen (er hat 4 Burschen, die ihn beim Gehen unterstützen!), der von der Murauer Garde geleitet wird.

P1100856 (2)

Bei jedem anständigen Bürger (der genug für die Garde, oder den Samson gespendet hat) wird angehalten und von der Garde eine Salve abfeuert und der Samson tanzt eine Runde zum Walzer der Musikkapelle. Ein echtes Spektakel!

P1100850 (2)

So zieht der Tross vom Ferner über den Hauptplatz und Markt bis zum Stadttor (Friesachertor), wo Heurigenbankerln stehen, eine Bierausschank und natürlich der berühmte Grenadiermarsch der Garde aufgetischt wird. Wir lassen und vom Treiben unterhalten und nehmen zur Verdauung noch ein Schnapserl bei den Marketenderinnen. Die dunkelgrauen Wolken drohen bereits und kurz nach dem letzten Tanz des Samson beginnt es zu tröpfeln. Wir eilen zum Lärchberg in die gute Stube, wo schon ein Henderl im Rohr schmort. Hoffentlich kann Goliath uns mit den dicken Bäuchen noch „tragen“!

Ein Gedanke zu „15.08.2014

  1. Georg

    Eine wirklich sehr bildhafte Schilderung des Spektakels, das im Gegensatz zu anderen Ortschaften oder Märkten regelmäßig am 15. August des lfd. Jahres stattfindet. Mir ist die “Schießerei”, und findet sie noch so “ehrenhalber statt, einfach zu viel. So blieb ich zu Hause, um den fertigwerdenden Kuchen im Rohr aufzupassen, und anschließend ein Brathuhn für uns alle zuzubereiten. Natürlich durften Eierschwammerln nicht fehlen; sie fanden sich einerseits im Bauch des Geflügels, anderseits in der Reisbeilage. Die erschöpften, Helden und -innen waren trotz des Gewitters, das sie im letzten Abschnitt erwischt hatte, ziemlich aufgekratzt und freuten sich über die bereitstehende Atzung.
    Lediglich Brigitte “verweigerte”, da ihr offensichtlich der Kaiserschmarren am Friesacher-Tor nicht bekommen war. Sie, die sonst kaum “scharf und ohne Farbe” trinkt, nahm gerne zwei Stamperln ‘Vogelbeer’…
    Der Abend klang dann mit Dudelsack- und Flötenspiel heiter und lustig aus. Danke, Birgit und Wolf, ihr seid ein in jeder Hinsicht patentes und “eingespieltes Team! Bleibt weiter so fröhlich und natürlich!!

Hinterlasse eine Antwort