21.08.2014

21.08.2014 Erlaufsee – Inprugg/Neulengbach

Wechselnd bewölkt, windig, kalt 12-15 Grad   6 Stunden

Es ist hell in der Früh??? Scheinwerfer? Marienerscheinung? Weltuntergang? Nein, noch besser: die Sonne scheint! Hochmotiviert frühstücken wir ausgiebig und starten dann Goliath, der etwas verkühlt scheint, doch nach ein paar Rauchwölkchen „schnurrt“ er wieder normal. Weil wir sowieso zurück nach Mariazell müssen, fahren wir durch, stoppen für schöne Bilder

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und starten dann erst die Weiterfahrt. Die Route führt uns über das Gschaid und St. Aegyd am Neuwald durch die Voralpen, am Fuße von Gippel und Göller bleiben wir kurz stehen, weil Wolf „Cousins“ von Goliath (18er Steyr) entdeckt, die er unbedingt fotografieren möchte. An unserem Standplatz fährt zugleich ein Bauer mit seinem Traktor vorbei, hält und erkundigt sich nach unserer Fahrt, die ich ihm in groben Zügen schildere. Es geht weiter durch die Kalte Kuchl in die Hölle

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und schlussendlich auf den Finsterhof, einen 700 Jahre alten Vierkanter, der auch als Campingplatz dient. Ganz alleine „bewohnen“ wir die Belletage und genießen, nach einem Süppchen mit Wursteinlage, den Sonnenuntergang (!).

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3 Gedanken zu „21.08.2014

  1. Georg

    Das retardierende Moment deiner “Morgenschilderung” ist kaum überbietbar! Ich bin ehrlich froh, dass meine Vermutung fürs heutige Wetter einigermaßen zutraf, denn der nächtliche Starkregen, der bei mir Äpfel und Zwetschken und Kriecherln von den Bäumen trommelte, hielt bis weit nach Mitternacht an, und ließ mich schon das Ärgste befürchten für eure heutige Weiterfahrt! – Wie froh war ich, dass am Morgen die vorher bis Wien und weiter reichende Starkregenfront in östlicher Richtung samt Auflösungstendenzen abgezogen war…
    ‘Inprugg’, – der “Ziel-Ort” meines frühjugendlichen Ausreißens vom Bauernhof Frühauf im ca 2 km entfernten Habersdorf, nackt, und mit einem Schürhaken bewaffnet (es waren ja die Russen in der Umgebung); während die Bauersleute und meine Mutter am Feld waren, erwachte ich ziemlich früh aus meinem Mittags-Schlaferl, fand niemanden vor, (als die Bauersleut’ und meine Mutter vom Feld heimkehrten, fanden sie genauso niemanden vor…) und beschloss offensichtlich, auf Wanderschaft zu gehen.
    Dieses Wagnis wurde mit einer veritablen “Hintern-Versohlung” geahndet, nachdem man mich in Innprugg gefunden hatte; damals verschwanden ja zahlreiche Kinder; sie wurden von den Russen in deren Heimat verschleppt….
    In Inprugg, das ich ja von den Fahrten zur dortigen Mühle kannte war also Endstation, da mich der Müller erkannt hatte und “meine Leute” kompliziert verständigte.
    Soviel zu diesem Ort; wird heute nicht viel anders aussehen. Mein Gott, an den ‘Finsterhof’ kann ich mich nicht erinnern, an ‘Kerschenberg’ und ‘Asperhofen’ vielmehr, und – damals als Sensation empfunden,-, 1954 eine sonntägliche Radfahrt, ich mit einem alten Damenrad, mit den Bauersleuten zur Donaubrücke in Tulln, um “Hochwasser” zu schauen; ich erinnere mich noch gut an das Sägewerk, das am orographisch linken Ufer total unter Wasser stehend, von schwimmenden Brettern umgeben, gerade noch zu sehen war. Verwüstung pur, die ich bis heute nicht vergessen kann.
    Nicht mehr weit also habt ihr es bis Tulln, wünsch euch reibungslose Weiterfahrt für morgen…,
    Georg, vlg. …

  2. Georg

    Vor lauter Freude über Inprugg schob ich eure Fahrt von Mariazell durchs Alpenvorland und den Wienerwald ein bisschen zur Seite; Verzeihung. Verzeihung wiederum, wenn ich eure Route im Geist mit zahlreichen Erinnerungen nachverfolge, war sie doch Bestandteil ausgedehnter Radausflüge mit deinen Großeltern, liebe Birgit, meinen Eltern also, entweder auf der Fahrt zur Rax ins Höllental oder zurück oder als Bestandteil auch auf Eintagesfahrten rund um den Schneeberg etc.
    Später sind auch Mama und ich auf diesen Routen mit dem Rad unterwegs gewesen, also Anlass genug, sich dieser Zeiten mit Freude und ein bisschen Wehmut auch, zu erinnern und sich zu freuen, dass auch du, Birgit, auf diesen Spuren mit Wolf und Goliath gewandelt bist. Ich hab den Bericht gierig aufgesogen, aber so schön die Jugendzeit war, – sie kommt nicht mehr…
    Übrigens nochmals Innprugg: Als ich schon ein bisschen älter war, durfte ich den Einspänner, in den “Norli”, eine lammfromme Noriker-Stute, eingespannt war, von Habersdorf 8 die zwei Kilometer nach Innprugg zur Mühle vollkommen alleine (neben mir saß Hans, der Bauer) lenken; so lernte ich die Zügel zu handhaben, und die Pferde, “wir” hatten drei, stiegen zu meinen Lieblingstieren auf, bei denen ich soviel Zeit als möglich verbrachte…
    Genug von selbstbiographischen Ausflügen, jedenfalls bin ich eure Route im Geiste nachgefahren!
    Eine sachliche Korrektur noch zu meiner ersten “Antwort”: In meinen bisweilen schlaflosen Nächten fiel mir ein, dass die Bauernfamilie ‘Fruhauf’ hieß; der Umlaut hatte sich lediglich eingeschlichen … Seit meiner Zeit bei ‘Fruhaufs’ gewöhnte ich mich aufs “fruhe” Aufstehen.
    Die Bilder übrigens sprechen für sich, das ‘Traktorbild’ demonstriert sehr gut die Abschüssigkeit des Platz-Terrains; hier sind wir Schilehrer nach ‘Jägerwirt’-oder ‘Hotel Klapfer’-Besuchen bei guter Schneelage öfters mit Rodeln oder “Sackeln” nächtens talwärts geschlittert und direkt vor der Apotheke gegenüber dem ‘Jägerwirt’ gelandet…
    Den ‘Finsterhof’ würd’ ich gerne kennenlernen, er muss Richtung ‘Kerschenberg’ liegen.
    Nix für ungut, aber diese “Antwort” wollte ich noch loswerden.
    Georg, vlg. Surely

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