03.08.2014

03.08.2014    Egg am Faakersee – Klagenfurt – Poggersdorf

Sonnig 25 Grad    3 Stunden

Nach der ausgiebigen Nachtruhe und keinem morgendlichen Seebad (bewölkt  kühl), starten wir mittags bei Sonnenschein in die Geburtsstadt von Wolf, nach Klagenfurt. Natürlich lässt er es sich nicht nehmen auch einen „Auftritt“ am Wörthersee hinzulegen, also halten wir in Reifnitz vor der Anlegestelle um ein paar Fotos inklusive dem, in die Jahre gekommenen, Raddampfer (!) Thalia zu machen.

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Der Auflauf bleibt überschaubar, Traktoren sind hier nix Besonderes… Trotzdem macht es viel Spaß am See entlang zu fahren, der Ausblick ist schön und der Urlauberverkehr nicht nur durch uns, sondern auch jede Menge Radfahrer, behindert. Die Einfahrt in die südlichste Landeshauptstadt verläuft ruhig, alle, die können, sind am See, beim Beach Volleyball Finale oder im Bad. Nach kurzer Diskussion (zwischen uns), fährt Wolf dich nicht direkt auf den Neuen Platz um sich ganz nahe zum Lindwurm zu stellen – alle Leser mit guten Augen werden ihn auch so erkennen, die anderen müssen ihre Vorstellungskraft bemühen :)

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Ein Bier und einen Mailänder Spritzer später

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tuckern wir zuerst nach Hörtendorf, zu Wolfs Bruder, wo sich besonders Neffe Lukas riesig über den Besuch des Lieblingsonkels freut. Die wichtigsten Abenteuer werden erzählt, der Griller angeworfen und vor allem gezeichnet, gespielt und herum getollt. Kurz vor Sonnenuntergang reisen wir ab um zum elterlichen Haus zu fahren, wo auch die Nachbarn warten und uns mit Blitzlicht und Krachern willkommen heißen. Alle sind sehr glücklich und froh, dass Wolf seine lange Fahrt bis hierher gut überstanden hat. Außerdem ist es auch die erste Begegnung mit dem Gespann, das ausgiebig beäugt und bestaunt wird. Nachdem der Standplatz vor dem Haus auf einer perfekt vorbereiteten (und ob des nassen Sommers wunderbar dichten) Wiese eingerichtet ist, sind noch ein paar Geschichten und Erlebnisse fällig, bevor wir uns, wie gewohnt, in David zurückziehen.

02.08.2014

02.08.2014  Gemona  -  Egg am Faakersee

Sonnig mit einzelnen Wolken  20 – 27 Grad                         6,5 Std.

Kurz und schmerzlos, mit einem Espresso Macchiato im Magen, verlassen wir den letzten Stellplatz in Italien. Die ersten Kilometer hinein in das Kanaltal fahren wir auf einer Fernverkehrsstraße. In Chiusaforte biegen wir in das Val Raccolana ein und peilen den Passo Sella Nevea an. Dieser ist immerhin 1190 Meter hoch.

Bei unserer Jausenpause am Taleingang, lesen wir einen Rennradfahrer auf, dem zwei Speichen gerissen sind und nehmen ihn, samt seinem havarierten Rad, mit nach Tarvisio. Etliche Kehren, Tunnel

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und zwei Steilstufen (2. Gang!) kämpft sich Goliath mit uns, David, und dem „blinden“ Passagier ab. Er hat alles perfekt gemeistert und keucht oben nicht einmal ordentlich!

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Bei einem kleinen Bierchen warten wir auf die Frau von Ivan aus Slowenien, die brave Tatjana kommt wenig später an und übergibt den Autoschlüssel (voreilig, denn sie ist schneller unten als wir). Wir sind ob der Höhe und des Anblicks der Gipfel überrascht,

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noch mehr, dass es hier eine Gondelbahn gibt und ein Skigebiet, das bis hinüber nach Slowenien geht. Am Talausgang liegt auch noch der malerische Predilsee, wo es sogar eine Surfschule(?) gibt. Entzückt von so viel Landschaft, treffen wir in Tarvis ein und laden die fremde Fracht beim Auto und der wartenden Frau ab.

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Ein Rundgang durch die Grenzstadt erstaunt Wolf an allen Ecken und Enden, seit rund 20 Jahren hat sich viel zum besseren gewandelt. Renovierte Häuser, die Verlegung des Bahnhofes uns sogar der neugestaltete Fetzenmarkt machen das Wiedererkennen schwer. Nur die Händler sind die gleichen, mäßige Qualität zu mäßigen Preisen, Leder und Ähnliches, typisch Tarvis. Die letzten Kilometer verlaufen ohne Probleme, wir halten an der heimatlichen Grenze

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um den Wiedereintritt fotomäßig fest zu halten. Ein oberösterreichisches Paar hilft uns dabei! Weil wir die Nacht nicht irgendwo verbringen wollen, tuckern wir bis zum Faakersee und buchen uns für diese erste Nacht auf heimischen Boden (seit 4 Monaten – bei Wolf!) in Egg auf der Sandbank ein. Dieser aufregende Tag hat allen alles abverlangt, deshalb freuen wir uns auf eine ruhige Nacht mit guter Seeluft!

01.08.2014

01.08.2014  Budoia/Castello d´Aviano -  Gemona di Friuli

Warm 30 Grad            5Std.

Während wir auf Mario, den Patrone des Reitstalles warten, mache ich einen Erkundungsspaziergang durch das Anwesen. Von Pferden angefangen, über Lamas und Enten, bis hin zum Pfau und Hühnern, findet man dort auch Planwagen, einen fast echten Saloon und Tipis mit Totempfählen.

Wir zahlen und trinken noch einen Cafe mit dem Chef. Nach dem obligatorischen Abschiedsfoto

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fahren wir nach Maniago, die Stadt der Messer. Wir machen eine kleine Pause und essen ein Brioche und fahren dann weiter in die „Schinkenstadt“ San Daniele. Die Stadt macht eher einen verschlafenen Eindruck – viele Geschäfte sind wegen „Ferragosta“ geschlossen. Nach ca. einer Stunde Besichtigungstour und Frappe geht’s weiter, den Bergen entgegen, nach Gemona di Friuli.

Planmäßig erreichen wir den Campingplatz, der am nördlichen Rand der Stadt liegt und verschlingen das längst fällige Abendessen. Während der Fahrt zwischen San Daniele und Gemona sehen wir schon hohe Wolkentürme über den Bergen, die nichts Gutes verheißen.

31.07.2014

31.07.2014   Bassano del Grappa  -  Budoia/Castello d´Aviano

Bedeckt 20 Grad                      5Std.

Wir werden am Campingplatz Santa Felicita ganz herzlich verabschiedet. Chef Emanuele bat am Vortag noch persönlich um ein Foto von der Abreise, weil er vom Gespann beeindruckt war. Seine beiden Kinder überreichen uns zum Dank für das Foto eine Flasche Wein. Mille Grazie!

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Unser Weg führt uns am Rande der Prealpi Richtung Vittorio Veneto, in Mosnigo werden wir aufgehalten. Ein Streifenwagen der Policia Locale leitet uns auf einen Parkplatz, wo wir halten und auf den Grund der Aktion gespannt sind. Immer wieder sagt er: „Impossibile! Incredibile!“ und zückt sein Handy und fotografiert uns. Hmmmm?? Begeisterung? Fehlersuche? Leider können wir kaum kommunizieren, da ruft er Kollegen der Carabinieri zu Hilfe.

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Drei Mann hoch lesen alle Zulassungen und können nicht glauben, dass mehr als eine Person auf dem Traktor sitzen darf. Es wird beratschlagt, telefoniert und unsere Route nachgesehen. Als sie nicht mehr weiter wissen, holen sie noch einen Kommandante, der deutsch spricht. Dieser ist in Zivil und sehr freundlich, wirft einen kurzen Blick auf die Traktorzulassung und wünscht uns eine gute Weiterreise. Den anderen scheint das nicht wirklich zu gefallen, dass sie uns einfach weiterziehen lassen müssen, aber sie verabschieden sich auch höflich. Endlich haben wir auch von der Exekutive die Aufmerksamkeit erhalten, die wir verdienen (J)! Nachdenklich fahren wir weiter bis Caneva, wo wir ausgiebig jausnen und den weiteren Fahrplan besprechen. Abwechslungsreich geht es weiter, bis wir zufällig nach Budoia am Straßenrand ein Schild „Agriturismo LaRanch“ sehen, mit dem Zusatzschild „Camping“. Juchuuu, ein sehr exotischer Stellplatz auf einer Pferderanch mit allerlei Federvieh und interessanten Cowboys!

Als es langsam dunkel wird, wird uns noch eine besondere Ehre zu teil: Mauro, Pizzachef und Moderator des „Saloons“ widmet uns den Counrtymusic-Abend der international besetzten Band.

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Ein Amerikaner (70), ein Schotte (79) und vier Italiener (30 – 65). Ein einmaliges Erlebnis!

30.07.2014

30.07.2014  Bassano del Grappa

Nass 18 Grad

In der Nacht regnet es schön vor sich hin, so dass man gemütlich im Wagen schlummern kann. In der Früh schüttet es, dass man sich so richtig ärgern kann und dann hört es gegen 10 Uhr auf. Während wir uns beraten ob wir weiterfahren oder noch eine Nacht bleiben, fängt es wieder an! Entscheidung: bleiben und einen Tag „abhängen“ und chillen. „Frühstück im Regen“ ein Bild von „Hundertwassern“?

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29.07.2014

29.07.2014    Bassano del Grappa

Stark bewölkt 19 Grad

In der Nacht hat es gewaltige Gewitter gegeben und auch in der Früh regnet es noch. Erst gegen 10 Uhr beruhigt sich die Lage und man kann ohne Regenschirm raus gehen. Es ist stark bewölkt und die Aussichten bleiben trüb. Wenigstens haben wir ein gutes Plätzchen! Und ein Tag Faulenzen wird auch nicht schaden. Morgen müssen wir aber weiter – hoffentlich lässt „Petrus“ es zu!

Den Abend verschönern wir uns mit einem ausgezeichneten Essen im benachbarten Restaurant. Regionale Schmankerln stehen auf unserer Speisekarte und beim Heimweg regnet es schon wieder.

28.07.2014

28.07.2014    Bassano del Grappa

Stechend heiß 32 Grad, Abend schwül und gewittrig

Gut ausgeschlafen und mit flauem Magen tuckern wir mit Goliath ca. 10 Minuten nach Bassano, in die Altstadt.

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Es erwarten uns Befestigungsmauern und Türme und das Wahrzeichen der Stadt, die Ponte Vecchio – eine mittelalterliche Holzbrücke die 1956 von den Alpini (Ital. Gebirgsjäger) nach den alten Plänen wiederaufgebaut wurde (nachdem sie davor mehrere Male zerstört wurde).

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In der Altstadt sind sehr viele Spuren der Venezianer zu finden, Markuslöwen an allen Ecken.

Abends sitzen wir wieder gemütlich mit Fonsi bei Antipasti, Soave und regionalem Rotwein zusammen.

27.07.2014

27.07.2014   Verona – Bassano di Grappa

Warm 30 Grad     10 Stunden Marathon (!)

Nach einer viel zu kurzen Nachtruhe sind wir bereits um 9:30 Uhr auf dem Weg aus Verona hinaus, wie die Einfahrt am Vortag, funktioniert auch die Ausfahrt problemlos – Sonntagmorgen schlafen noch alle!

Das Tagesziel ist klar: ein Campingplatz! Unser Hygienezustand lässt bereits zu wünschen übrig und ein ruhiger, entspannter Rasttag wäre auch schon angebracht. Da die Plätze eher rar sind kommen nur Vicenza oder Bassano in Frage, weil wir die lastautofreien Straßen am Wochenende nutzen wollen, ist klar, dass wir zum 1 ½ Seiten entfernten Bassano fahren. Zunächst klappt alles wie am Schnürchen, am Rand von Verona (Industriegebiet) frühstücken wir noch schnell in einer Bar, dann geht’s auf Richtung Vicenza. Leider verpassen wir eine Ortsausfahrt, der Umweg kostet wertvolle Kilometer und vor allem Zeit. Das Wetter spielt hervorragend mit, es ist angenehm warm, Regen droht, wie’s scheint keiner. Ich navigiere uns auch in eine kleine Mittelgebirgsschwelle (Colli Bérici), wo Goliath ordentlich bergauf-schnauft!

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An einer Weggabelung pausieren wir im Schatten der Bäume. Wir essen Thunfischsalat und die letzten Brotreste – auch die Nahrungsmittel gehen schon zur Neige. Während der Jause werden wir von einer Gruppe Wanderer „überfallen“, die vom Gespann restlos begeistert sind und unzählige Fotos schießen, mit uns, mit Wolf am Traktor, mit der ganzen Gruppe, einzelne Personen…Leider verfahren wir uns in den schmalen Berggasserln wieder und kommen erst mit ortskundiger Hilfe wieder auf den rechten Weg.

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Es ist schon Nachmittag und Vicenza ist immer noch nicht umfahren! Obwohl Wolf alles aus Goliath herausholt, scheint es zeitweise, als kämen wir kaum weiter. Die Dusche, das Bier,…. alles rückt in unerreichbare Ferne. Trotzdem geben wir die Hoffnung nicht auf! Wir wollen Bassano erreichen, also werden alle Reserven mobilisiert und kurz nach 20 Uhr sind wir am Ziel! Einem übervollen Parkplatz, einem übervollem Restaurant und einem geschlossenen Campingplatz. Wenn die Gäste aus dem Restaurant alle am Campingplatz wohnen, können wir wieder abfahren! Zufällig geht das Tor des Platzes auf und ich gehe hinein und suche die Rezeption. Niemand da, aber wenigstens sehe ich, dass genügend Stellplätze frei sind. Ich rufe die Nummer neben der Gegensprechanlage an und bekomme Rückmeldung, dass uns im Restaurant jemand helfen wird – alles sehr unkompliziert!

Als der Platz eingerichtet ist, stehen wir vor dem nächsten Problem: nur Konservenfutter und vor allem: kein Wein! Der Platz ist so klein, dass es keine Bar gibt und das Restaurant so voll, dass wir auch keinen Platz hätten. Da tritt unser Retter in Erscheinung: Fonsi aus Regensburg! Er hat unsere Ankunft schon beobachtet und kommt danach zu uns, um die üblichen Fragen nach Grund und Dauer und Reise zu stellen. Aber nicht nur das, er lädt uns auch gleich auf Bier, Wein und Essen ein – wie im Märchen!

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Der Abend wird lang, viele Geschichten vom ehemaligen Gleitschirmflieger und der Traktorreise, Bier, Wein  (GV aus Niederrußbach!!!) und diverse Schnapserln sind das perfekte Betthupferl und sorgen für tiefen Schlaf!

26.07.2014

26.07.2014   Solferino  -  Verona

Bedeckt  20 Grad                      3 Std.

In der Nacht beginnt es zu gewittern und zwar ordentlich. Wo bekommt der Himmel so viel Wasser her? Stundenlang donnert und blitzt es, sintflutartige Regenfälle erschöpfen die Dichtheit des Wagendachs und wir müssen Schüsseln aufstellen um die Tropfen einzufangen.

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Gegen in der Früh gehe ich hinaus „duschen“. Es will kein Ende nehmen und wir fragen uns ob wir aus David nicht eine Arche zimmern sollten.

Gegen 10 Uhr Vormittag hört es endlich auf zu regnen und wir können frühstücken gehen. Die trockene Zeit nutzen wir um nach Verona zu fahren – es sind nämlich weitere Regenfälle angesagt. Ein Genuatief nervt uns. Auf der Strecke passieren wir Valeggio sul Mincio, eine mittelalterliche Stadt mit Wehranlage quer über den Fluss, einer stattlichen Turmburg und Häusern die im Fluss stehen.

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Tatsächlich erwischt uns das Wetter wieder beim (erfolglosen) Versuch in den Wohnmobilstellplatz der Stadt hinein zu kommen. Es „kübelt“ wieder und wir müssen blitzartig einen Parkplatz finden – wir nehmen den Erstbesten – Verona muss warten!

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Nach eineinhalb Stunden ist der ärgste Regen vorbei und wir machen uns bei Nieselregen auf um die Stadt zu besichtigen. Trotz des schlechten Wetters teilen wir die Besichtigung der Arena di Verona, die Wehranlagen und die Altstadt mit hunderten anderen Touristen.

Auch der Balkon von Julia und die Kratzspuren von Romeo werden von uns kriminalistisch genauestens untersucht. Die unzähligen schön renovierten Palazzi und anderen historischen Bauten lassen sehr gut erahnen wie prächtig die Stadt einst war. Zu späterer Stunde fallen wir mit knurrenden Mägen in ein Veroneser „Beisl“ ein, das gute Bier und die Pennette al Cubana stärken uns für unseren Heimweg.

25.07.2014

25.07.2014  Bergamo  -  Solferino

Warm 32 Grad                  7 Std.

Wir verlassen Dalmine mit der Piscine fluchtartig kurz nach neun Uhr und finden ohne Probleme die

neue Route. Es geht flott dahin und die Straßen sind ausnahmsweise gut und so erreichen wir schon gegen 14 Uhr unser eigentliches Tagesziel. Wir jausnen bei einem Lidl und beschließen bis Solferino weiter zu fahren. Solferino? Da war doch was! Einen stolzen Turm sehen wir schon von weitem, bei der näheren Ortserkundung entdecken wir die Altstadt am Hügel und ihre Wehranlage.

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Hier hat sich 1859 die Schlacht von Solferino abgespielt. Napoleon III. gegen Franz Josef I. . Drei Jahre nach der Schlacht gründete Henry Dunant in Erinnerung an die vielen unversorgten Verwundeten dann das rote Kreuz. Eine Gedenkstätte erinnert daran.

Von der Altstadt am Hügel haben wir einen Ausblick in die Ebene Richtung Lago di Garda. Leider war es sehr dunstig, deshalb konnten wir die Berge nur als schemenhaft sehen.

Nach so viel Fahrt in der Gegenwart und Reise in die Vergangenheit beschließen wir den Tag mit einem Bier in der Bar am Hauptplatz.